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Politur richtig verteilen: Effizienz und gleichmäßige Defektkorrektur
Das korrekte Auftragen und Verteilen der Politur ist ein entscheidender Faktor für ein optimales Polierergebnis. Es gibt verschiedene Methoden, doch nicht alle sind gleich effektiv. Während viele Detailer die Politur zunächst auf niedriger Stufe (z. B. Stufe 1) verteilen, bevor sie mit der eigentlichen Politur beginnen, halte ich diese Methode für suboptimal. Stattdessen empfehle ich, die Politur direkt gleichmäßig mit dem Polierpad auf die Oberfläche zu tupfen und sofort mit der gewünschten Arbeitsstufe zu starten.
Die gängigen Methoden zur Politurverteilung
❌ Methode 1: Auf Stufe 1 verteilen (nicht empfohlen)
Viele Anwender tragen die Politur auf das Pad auf und verteilen sie dann auf Stufe 1 langsam über das gesamte Arbeitsfeld, bevor sie die Drehzahl erhöhen. Doch warum ist das aus meiner Sicht nicht ideal?
- Die Polierkörper werden direkt "angeknackt", bevor überhaupt eine nennenswerte Defektkorrektur stattfindet.
- Kein wirklicher Cut-Effekt in dieser Phase, da die niedrige Drehzahl oder Oszillation kaum Materialabtrag erzeugt.
- Unnötige Wärmeentwicklung, da durch das lange Verteilen bereits Reibung entsteht, ohne effektiv zu arbeiten.
Ergebnis: Die Politur verliert an Effektivität, da die abrasiven Partikel teilweise schon zerfallen sind, bevor sie richtig arbeiten konnten.
✅ Methode 2: Politur durch Dippen verteilen (empfohlen)
Die effizientere Methode ist aus meiner Sicht folgende:
2-3 erbsengroße Tropfen Politur auf das Pad geben.
- Je nach Größe der Arbeitsfläche kann die Menge leicht variieren.
Mit dem Pad auf der Lackoberfläche "dippen".
- Tupfe das Pad an mehreren Stellen im Arbeitsbereich auf den Lack, um die Politur gleichmäßig zu verteilen.
Sofort mit der empfohlenen Drehzahl oder Hubstufe starten.
- Direkt in den Polierprozess übergehen, ohne vorher auf niedriger Stufe zu verteilen.
- So bleibt die volle Schleifkraft der Politur erhalten, und alle Polierkörper werden gleichzeitig aktiv.
🔹 Vorteile dieser Methode ✅ Die Polierkörper bleiben intakt und entfalten ihre volle Schleifwirkung. ✅ Die Politur wird über die gesamte Fläche gleichmäßig verteilt. ✅ Weniger Zeitaufwand, da keine unnötigen Vorbereitungs-Schritte. ✅ Keine unnötige Wärmeentwicklung durch langes Verteilen.
Einfluss der Polierpad-Wahl auf die Verteilung
Die Wahl des richtigen Pads beeinflusst nicht nur das Polierergebnis, sondern auch die Art und Weise, wie die Politur aufgetragen und verarbeitet wird.
🔵 Weiche Pads (Finishing Pads)
- Können Politur schneller aufsaugen → Daher lieber minimal mehr Produkt nutzen.
- Weniger Cut → Methode mit direktem Dippen besonders wichtig.
🟠 Mittlere Pads (One-Step oder Medium Cut Pads)
- Gute Balance aus Aufnahmefähigkeit und Defektkorrektur.
- Direkte Verteilung mit Dippen sorgt für gleichmäßiges Arbeiten.
🔴 Harte Pads (Cutting Pads)
- Saugen kaum Politur auf, daher weniger Produkt nutzen.
- Bei diesen Pads besonders wichtig, keine niedrige Stufe zum Verteilen zu nutzen, da die abrasiven Partikel hier am meisten gebraucht werden.
Häufige Fehler beim Verteilen der Politur
🚫 Zu viel Politur auf das Pad geben
- Das Polierpad kann nur eine begrenzte Menge aufnehmen. Zu viel Produkt führt zu Schmierereien und geringerer Schleifkraft.
- Richtig: 2-3 Tropfen für eine kleine bis mittlere Fläche, ggf. leicht nachdosieren.
🚫 Nicht gleichmäßig verteilen
- Wenn du nicht tupfst, sondern direkt mit hoher Drehzahl startest, entsteht ein ungleichmäßiges Polierbild, weil einige Stellen mehr Politur haben als andere.
🚫 Zu lange auf einer niedrigen Stufe verteilen
- Durch das "Anknacken" der Polierkörper wird die Effektivität reduziert, bevor der eigentliche Polierprozess beginnt.
Fazit & Best Practices
✅ Politur mit 2-3 Tropfen auf das Pad auftragen. ✅ Mit Dippen gleichmäßig auf der Fläche verteilen. ✅ Direkt mit der empfohlenen Drehzahl starten. ✅ Das richtige Pad wählen, um die Politur optimal zu nutzen.
Diese Methode spart Zeit, reduziert den Verschleiß der Politur und sorgt für eine gleichmäßige Defektkorrektur. Wer also noch die klassische "Verteilen auf Stufe 1"-Methode nutzt, sollte dringend umdenken. 😉